BDS Bechtloff Steffen Architekten Hamburg BDA

Wohnbebauung Oberaltenallee, Hamburg *

Bauherr: SAGA GWG
Standort: Leo-Leistikow-Allee, Hamburg
Fläche ca. 6.000 m²
Neubau von 56 Wohneinheiten
Generalplanung 1 – 8
Fertigstellung 2015

Ideenscreening: 1. Platz

Gestaltung

Gemäß den städtebaulichen Vorgaben aus dem Bebauungsplan wurde auf dem Grundstück in der Oberaltenallee ein in zwei Baukörper gegliedertes Gebäude vorgesehen.

Der größere und höhere Gebäudeteil (BT 1) besitzt 8 Vollgeschosse und ist als 5-Spänner konzipiert. Das Treppenhaus ist genau mittig im Gebäude angeordnet. Im Erdgeschoss ist daher ein Stichflur erforderlich, sodass hier nur 4 Wohnungen vorgesehen sind. Der Zugang zum Gebäude befindet sich auf der Straßenseite.
Alle Wohnungen im Bauteil 1 verfügen über Loggien, die an den Ecken bzw. in der Mitte der Längsseite angeordnet sind. Die Wohnungen im Erdgeschoss verfügen über Terrassen mit Garten.
Der niedrigere Gebäudeteil (BT 2) besitzt 5 Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss. Der Baukörper ist zum Hauptbaukörper leicht versetzt angeordnet und wurde als 3-Spänner konzipiert. Im Staffelgeschoss befinden sich zwei Wohnungen. Das Treppenhaus von Bauteil 2 liegt an der Außenwand zur Gartenseite. Da sich der Gebäudezugang ebenfalls auf der Straßenseite befindet entsteht im Erdgeschoss wie in Bauteil 1 ein Stichflur, der als Abstellfläche für Kinderwagen genutzt werden kann. Durch das außen liegende Treppen-haus auf der rückwärtigen Seite kann von Bauteil 2 aus der Garten unmittelbar erreicht werden.
Alle Wohnungen in Bauteil 2 verfügen über einen vorgehängten Balkon in den Ober-geschossen, Dachterrassen im Staffelgeschoss und Terrassen mit kleinen Gärten im Erdgeschoss.

Neben Bauteil 2, zwischen Gebäude und U-Bahn-Trasse, befindet sich die Zufahrt der Tiefgarage mit insgesamt 34 KFZ-Stellplätzen sowie 105 Stellplätzen für Fahrräder.
Ebenfalls im Untergeschoss, an die Tiefgarage angrenzend, sind die Mieter-Abstellräume und Technik-Räume angeordnet.

Das gesamte Bauvorhaben verfügt über insgesamt 56 Wohneinheiten. Da das Gebäude durch die Hamburgische Wohnungsbau-Kreditanstalt (WK) gefördert werden soll, wurden bei der Planung der Wohnungen und Erschließungsflächen die Förderrichtlinien der WK (1.Förderweg) zugrunde gelegt.
Gemäß Wohnungsmix der WK wurden insbesondere 1-, 3- und 4-Personen–Haushalte geschaffen.
Die Wohnungen im Erdgeschoss sind durchgehend als barrierefrei gem. WK barrierefrei Basis und nach den Forderungen der HBauO für barrierefreie Wohnungen geplant.
Alle übrigen Wohnungen im Bauteil 2 wurden ebenfalls barrierefrei geplant und erfüllen die Forderungen des Standards barrierefrei Basis der WK.

Fassade

Gestalterisch prägend für das Bauteil 1 sind die eingeschnittenen Loggien in den Eckbereichen und in der Mitte des Baukörpers, die sich störungsfrei nutzen lassen.
Beide Bauteile verfügen über eine liegende Fassadenteilung aus durchlaufenden, mäandernden Klinkerbändern und über, dazwischenliegende, leicht zurückspringende WDVS-Fassadenfeldern, die dem Gebäude die Höhe nehmen.

Die Absturzsicherungen der Loggien, Balkone und bodentiefen Fenster sind als VSG-Verglasung vorgesehen, die mit einer transluzenten Folie versehen sind.

Konstruktion

Das Gebäude ist entsprechend seiner Funktion als Wohnhaus als Mauerwerks- bzw. Stahlbetonkonstruktion mit Stahlbetondecken und Fertigteilbalkonen konzipiert. Die Geschosshöhe beträgt 2,95m, sodass eine lichte Raumhöhe von 2,60m in den Wohnräumen realisiert werden kann. In Räumen mit abgehängten Decken (Flure, Bäder und Abstellräume) verbleibt eine lichte Raumhöhe von ca. 2,40m.

Die Unterteilung der Grundrisse innerhalb der Wohnungen wird weitgehend in Leichtbauweise aus GK-Wänden hergestellt, lediglich einzelne massive Wände sind aus statischen Gründen vorhanden.

Die Dachflächen sind als Flachdach mit einer extensiven Begrünung gem. Bebauungsplan vorgesehen.

Die Fußböden in den Wohnungen werden mit schwimmendem Estrich hergestellt. Als Bodenbelag ist in den Wohnungen grundsätzlich Linoleum vorgesehen, die Bäder werden mit Fliesen ausgestattet. Treppenhäuser erhalten einen Betonwerkstein, die Treppenläufe werden als Fertigteile hergestellt und über Schöck-Tronsolen entkoppelt, als Belag ist ebenfalls ein Betonwerkstein vorgesehen.

Schallschutz

Mit seinen 24cm starken Wohnungstrennwänden und Geschossdecken von 20cm Stärke erfüllt das Gebäude die Mindestanforderungen für den inneren Schallschutz nach DIN 4109. Die Aufzugsschächte befinden sich bei beiden Treppenhäusern, komplett schallentkoppelt, in der Mitte des Raumes, sodass keine weiteren Maßnahmen zum Schutz der Wohnungen vor Aufzugsgeräuschen erforderlich sind.
Auf Grund des hohen Außenlärmpegels von der nahen U-Bahn-Trasse und der Oberaltenallee wurde bereits bei der Grundrissplanung darauf geachtet, dass lärmempfindliche Räume (Schlafräume) möglichst auf den Lärm abgewandten Seiten angeordnet sind. Durch eine leicht erhöhte Rohdichte der Außenwände wird sichergestellt, dass keine speziellen Fensterkonstruktionen eingesetzt werden müssen um die Anforderungen an den äußeren Schallschutz zu gewährleisten.

Brandschutz

Das Gebäude ist brandschutztechnisch in zwei Brandabschnitte unterteilt (Bauteil 1 und Bauteil 2), die Gebäudeteile sind durch eine durchgehende Brandwand voneinander getrennt. Aufstellflächen für die Feuerwehr sind sowohl auf der Straßen-, als auch auf der Gartenseite erforderlich, daher gibt es eine Feuerwehrzufahrt auf das Grundstück zwischen Bauteil 2 und Tiefgarageneinfahrt. Die Tiefgaragendecke muss überfahrbar hergestellt werden.
Auf Grund des innen liegenden Treppenhauses ist im Bauteil 1 eine Spüllüftung vorzusehen um die Entrauchung sicherzustellen. Das Treppenhaus in Bauteil 2 und auch die Tiefgarage können natürlich Be- und Entlüftet werden.

Tragwerksplanung

1. Vorbemerkungen
In Hamburg – Barmbek, an der Oberaltenalle 70 ist der Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage nach einem Entwurf von Bechtloff. Steffen. Architekten geplant. Der Neubau liegt südlich der Oberaltenallee, in einer Umgebung von mehrgeschossigen Wohngebäuden. Am südlichen Rand des Flurstückes verläuft die Bahntrasse der U-Bahnlinie U3. Das neun- bzw. siebengeschossige unterkellerte Gebäude erstreckt sich über eine Grundfläche von ca. 17,7m bzw. 12,2m x 49,0m und besitzt eine Attikahöhe von ca. 24,2m bzw. 18,3m über GOK. Das fünfte Geschoss ist teilweise als Staffelgeschoss mit einer zurückspringenden Fassade vorgesehen.

Die Tiefgarage erstreckt sich über eine Grundfläche von ca. 23,5m x 57,5m. Die Zufahrt zur erdüberschütteten Tiefgarage erfolgt von Leo-Leistikow-Allee auf der Südwestseite aus (siehe Lageplan).



BDS BECHTLOFF . STEFFEN . ARCHITEKTEN BDA

BDS BECHTLOFF . STEFFEN . ARCHITEKTEN BDA